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Alaska Roadtrip

Durch die Begeisterung für nordische Länder, war Alaska schon länger ein geplantes Reiseziel. Nicht ganz wie ursprünglich geplant, sondern in einer Gruppe von 14 Personen, ging es dann im August 2015 los. Mit einem Condor Direktflug von Frankfurt über Island, die Nord-Ost Küste Grönlands mit ihren beeindruckenden Gletschern und fast nicht endenden Eiswüsten, flogen wir dann Alaska von der Beaufortsee ganz im Norden aus an. Glücklicherweise hatten wir gutes Wetter und konnten so den Mount McKinley aus der Wolkendecke herausragen sehen.

 

Die folgenden zwei Nächte verbrachten wir in Anchorage. Diese Zeit nutzten wir, um erstmal unser Jetlag abzubauen, 9 Stunden Flug, mit 10 Stunden Zeitverschiebung, lassen einen nicht unberührt. In Anchorage empfiehlt es sich bei den verschiedenen Einrichtungen, jegliche Art von geführten Touren in den Nationalparks zu reservieren. Eingeschlossen vom Cook Inlet und den Chugach Mountains, bietet die Stadt neben den zahlreichen innerstädtischen Attraktionen eine extrem vielfältige Landschaft. Besonders zum Sonnenuntergang bietet sich ein herrlicher Blick über Anchorage vom Flattop Mountain mit seinen 1.300 m an.

Am zweiten Tag hatten wir die Möglichkeit den Ted Stevens International Airport, dem fünftgrößten Frachtflughafen der Welt, zu besichtigen. Es wurde uns sogar ermöglicht auf das Flugfeld zu gehen, dafür wurde eigens ein Bus bereitgestellt. Auf der Strecke von Anchorage nach Talkeetna machten wir noch einen Abstecher zum Eagle Creek Valley. Anschließend ging es dann ins Outback. Auf der Hatcher Pass Road kam unser 4x4 Van inklusive Anhänger das erste Mal so richtig ins schwitzen. Leider lässt die Straßenqualität in Alaska manchmal zu wünschen übrig - in diesem Fall handelte es sich um eine Schotterpiste. Gegen Abend erreichten wir dann Talkeetna und trafen uns mit dem österreichischen Reisefotografen Pascal Violo. Für den nächsten Morgen hatten wir mit ihm einen Rundflug zum Mount McKinley gebucht.

Rundlug heißt leider auch früh aufstehen, nur um dann festzustellen, dass es am Berg bewölkt ist und der Flug frühestens um 11 Uhr startet. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnten wir dann doch los. Die nächsten zwei Stunden überflogen wir die Alaska Ranch und das Denali Massiv - Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte.

Nach dem atemberaubenden Rundflug brachen wir auf in Richtung Healy am östlichen Rand des Denali National Park. Auf dem Weg dorthin wurde uns zum ersten Mal die Dimension dieses Staates bewusst.

Erwartungsvoll starteten wir in den nächsten Tag, geplant war eine 270 Kilometer lange Tour mit dem Denali Shuttle Bus zum Wonderlake. Bereits auf den ersten Meilen wurden Bären, Moose und Caribous gesichtet, jedoch in einer Entfernung, in der man die Tiere oftmals auch für ein Stück Fels hätte halten können. Was soll's - wir haben sie gesehen. Leider konnten wir auch die restlichen Tiere nur aus der Ferne ausmachen, was die 12-stündige Fahrt zu einem wirklich anstrengenden Ereignis machte - lediglich der rasante Fahrstil und die stündlichen Stopps hielten einen wach. Nichtsdestotrotz entstanden einige schöne Aufnahmen.

Die Weiterfahrt von Healy nach Fairbanks war von bewölktem Wetter begleitet, jedoch bietet die Strecke auch nichts Besonderes. In Fairbanks angekommen, machte sich das erste Mal wieder eine wirkliche Zivilisation bemerkbar. Mit seinen fast 100.000 Einwohnern wirkt Fairbanks trotzdem recht klein und ländlich. Landschaftlich stand nichts auf dem Programm, jedoch besichtigten wir das Fairbanks Museum of the North, welches die gesamte Geschichte des Staates Alaska darstellt. Abends wurde ordentlich gefeiert, den nächsten Tag verbrachten wir dann in den Chena Hot Springs. 

Weiter ging es dann auf die knapp 600 Kilometer lange Strecke in Richtung Valdez, quer durch zwei Gebirgsketten, durch unendlich große Wälder und schließlich dann an den Rand des Prince William Sound. Auf diesem wirklich fast unbewohnten Routenabschnitt wurden wir wieder von einigen Tieren überrascht und sahen zum ersten Mal ein männliches Moose mit seinem stolzen Geweih.

Von Valdez aus führte uns eine Tour tief in den Prince William Sound entlang der zahlreichen Fjorde mit ihren teils noch sichtbaren Gletscher. Unser Ziel war der Meares Gletscher, der wohl einer der wenigen wachsenden Gletscher im Sound ist. Nach 5 Stunden Fahrt machten sich dann die ersten Eisschollen bemerkbar, in dem sie mit dem Rumpf des Schiffs kollidierten. Eine weitere Stunden fuhren wir tiefer in den Fjord, bevor wir den ersten Blick auf die 800 Meter breite und 40 Meter hohe Gletscherfront bekamen. Überraschender weise waren wir nicht alleine, vor dem Gletscher tummelten sich hunderte Robben auf kleinen Eisschollen. In unregelmäßigen Abständen brechen unter ohrenbetäubendem Lärm hausgroße Stücke ab und verursachten meterhohe Wellen. Wie bereits auf der Hinfahrt konnten wir auch auf der Rückfahrt weitere Weißkopfseeadler beobachten. Als Marketingstrategie für die Bootstouren wird mit Walsichtungen geworben, uns wurde gesagt, dass man diese sehr sehr selten sieht. Wir hatten Glück! Auf der Rückfahrt wurden wir über längere Zeit von Schweinswalen begleitet, welche größte Freude hatten um unser Schiff zu springen. Kurz vor Valdez wurden dann noch Buckelwale ausgemacht, eine Walkuh sogar mit Kalb.

Mit der Autofähre ging es dann quer durch den Prince William Sound nach Whittier. Nach einem kurzen Stop am Exitglacier bestritten wir den Weg über die Kenai Halbinsel nach Homer. Kenai ist für seine vielfältige Landschaft bekannt. Dort finden sich abgesehen von der arktischen Eiswüste alle Regionen mit ihren charakteristischen Lebewesen wieder. Homer ist ein kleines Städtchen mit ca. 4.000 Einwohner, das sich vom Rand eines kleinen Hügels bis auf eine Landzunge von 8 Kilometer Länge und 200 Meter Breite erstreckt. 

Am darauffolgenden Tag erkundeten wir zunächst die Wattlandschaft, der Tidenhub in Alaska erstreckt sich über mehrere Meter. Anschließend buchten wir spontan einen Flug mit einer 6-sitzer Cessna ins nahegelegene Seldovia. Dort gelandet, wurden wir bei laufendem Motor abgesetzt und noch schnell gefragt wann wir abgeholt werden wollen und schon war er weg. Seldovia wirkt wie ein kleiner verschlafener Ort, der irgendwann im letzten Jahrhundert stehengeblieben ist. Es gibt zwei Straßen, ein kleiner Hafen, eine Poststation und ein Restaurant, von was die Menschen dort leben, konnten uns keiner so genau erklären - sie leben halt, schön. Beim Rückflug konnten wir dann aus der Luft nochmals Wale sehen. Nach der Landung in Homer waren wir dann so begeistert, dass wir uns für den nächsten Tag eine 5-stündige Tour mittels Cessna zum Bärenbeobachten buchten.

Nach einem typisch amerikanischen Frühstück bestehend aus Hash Browns, Bacon und Eier ging es dann los. Zunächst stiegen wir auf ca. 4.000 Meter auf und überquerten den Cook Inlet. Nach einer Stunde erreichten wir dann die Vulkane Iliamna und Redoupt, wovon aus beiden noch heißer Rauch emporsteigt. Während des gesamten Fluges, wurden wir detailliert vom Piloten über alle Einzelheiten informiert. Nach einem kurzen Rumdumblick und der Frage "Ready?" - klar für was denn? - drückte er die Nase des Flugzeugs nach unten und wir schossen dem Boden entgegen. In dem Moment drehten sich dann meine Organe gefühlt einmal im Kreis. Aber auch das sollten wir überstehen und wurden sogleich mit einem traumhaften Ausblick auf die Chinitna Bucht belohnt, in welche wir dann am Strand zur Landung ansetzten. Eingekleidet in Watthosen machten wir uns dann auf den Weg zu dem vom Flieger aus gesichteten Bären. Die folgenden Aufnahmen entstanden während dem ca. 2-stündigen Aufenthalt vor Ort.

Nach der Rückkehr von der Bärenbeobachtung querten wir erneut die Kenia Halbinsel in Richtung Seward. Nach einigen Fotostopps unterwegs erreichten wir dann die kleine Küstenstadt. Nachts um drei wurden wir dann von wunderschönen Polarlichtern überrascht. Es ist wohl sehr ungewöhnlich diese im Sommer und dann auch noch recht weit südlich zu sehen - wir hatten wohl verdammt viel Glück.

Die letzte Etappe führte uns dann wieder zurück in Richtung Anchorage. Im Alaska Wildlife Conservation Center werden verletzte Tiere wieder fit gemacht und teilweise auch vom Aussterben bedrohte Tierarten, wie der Wood Bison, aufgezogen und in Herden ausgewildert. Wir hielten uns ca. 1 Stunde Vorort auf, wobei man klar sagen muss, dass es etwas Anderes ist die Tiere in freier Wildbahn anzutreffen.

Reisedaten 

Datum

11. - 26. August 2015 

Reisebüro 

Meridia Reisen 

Unterkünfte 

Anchorage (Ramada Anchorage Downtown) 

Talkeetna (Talkeetna Cabins) 

Healy (Motel Nordhaven) 

Fairbanks (Alpine Lodge) 

Valdez (Downtown B&B) 

Homer (The Ocean Shores) 

Seward (Exit Glacier Lodge) 

Anchorage (Ramada Anchorage Downtown) 

Buschflüge 

2,5 h Denali (Talkeetna Air Taxi) 

0,5 h Seldovia (Homer Taxi) 

5,5 h Chinitna Bay (Homer Taxi)